Unzer ist mehr als „nur” ein heidelpay 2.0.

Robert Bueninck, CCO von Unzer, im Interview

Es gibt wenige Payment-Unternehmen aus Deutschland, denen Experten auch international den ganz großen Durchbruch zutrauen. Unzer, das frühere Heidelpay, gilt hierzulande als einer der größten Hoffnungsträger. Der US-Investor KKR hat 70 Prozent des Unternehmens gekauft und hat mit dem Heidelberger Payment-Dienstleister Großes vor. Still und heimlich hat das Heidelberger Payment-Unternehmen in den letzten Jahren ganze 16 Unternehmen übernommen. Und auch der respektable Ausbau der Führungsriege, die Firmengründer Mirko Hüllemann in den letzten Monaten vorangetrieben hat, ist beachtlich. Um den Vertrieb bei Unzer kümmert sich seit wenigen Wochen Robert Bueninck, der langjährige Deutschlandchef von Klarna. Wir haben mit ihm über die Neuausrichtung des Zahlungsdienstleisters gesprochen, über die internationalen Ausbaupläne und über Parallelen zur Klarna-Historie.

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22.04.2021

Robert Bueninck, CCO des Zahlungsdienstleisters Unzer. - Quelle: UNZER

Herr Bueninck, Sie sind seit Februar bei UNZER als Chief Commercial Officer für ganz Europa verantwortlich. Was genau umfasst Ihr Aufgabenbereich?

Durch den Zusammenschluss von verschiedenen Firmen ist mit Unzer ein Unternehmen entstanden, das alles rund um das Payment anbieten kann. Es bringt durch strategische Zukäufe eine sehr gute Ausgangsposition in Deutschland und Österreich mit, die wir weiter ausbauen werden. Mit über 10 Jahren Erfahrung im deutschen und europäischen Zahlungsgeschäft ist es zukünftig meine Aufgabe, die Vertriebsstrukturen zu vereinheitlichen, den Kundenstamm auszubauen und die Marktposition in ganz Europa zu stärken. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, aus Unzer ein europäisches Payment-Schwergewicht zu machen. Ich finde es äußerst spannend, Teil dieser deutschen Tech-Story zu sein.

Sie waren zuvor bei Klarna für den gesamten DACH-Raum zuständig. Niemand könnte beide Unternehmen besser vergleichen als Sie. Wo steht UNZER heute, wenn man sich das Wachstum von Klarna in den letzten zehn Jahren und die aktuelle Position von Klarna auf dem Weltmarkt anschaut?

Ein Vergleich ist schwierig, auch wenn man auf den ersten Blick sagen könnte: Beide Unternehmen machen Payment. Unzer ist aber ein Full Service Payment Provider, der die gesamte Wertschöpfungskette des Payments abdeckt. So haben wir jetzt etwa auch eine Acquiring-Lizenz oder bieten Terminal-Lösungen für den POS an – da können einige Wettbewerber nicht mithalten. Auch die Marktposition von Unzer ist eine ganz andere im Vergleich mit dem Klarna von vor zehn Jahren. Unzer ist heute größer als Klarna es damals war. Was beide gemeinsam haben: Unzer steht wie Klarna damals am Anfang einer sehr erfolgreichen Reise.

Klarna hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Als reiner Zahlungsanbieter gestartet ging man in den letzten Jahren verstärkt auf die Privatkunden zu und wandelte das Image eines reinen Payment-Anbieters zu einem Consumer Brand. Ist dieser Weg auch für UNZER angedacht?

Nein, zur Consumer Brand oder B2C-Marke werden wir uns nicht entwickeln. Wir fokussieren uns vollends auf unsere Händler und stehen ihnen als Partner zur Seite. Das Ziel von Unzer ist es, gemeinsam mit Händlern aus ihren Wünschen und Ansprüchen Services zu entwickeln. Wir helfen Händlern dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten und mit uns zu wachsen.

Betrachtet man das offensive Marketing von Klarna in den letzten Jahren, das pinke Vorpreschen auf allen Kanälen, die Wandlung von einem langweiligen Zahlungsabwickler zu einer coolen Marke, die sogar Snoop Dogg, also Mr. Coolness persönlich, für sich gewinnen konnte, dann muss man festhalten, dass die Messlatte was Marketing-Ideen anbelangt verdammt hoch liegt. Sehen Sie das auch so? Wie sieht die Marketing-Idee von UNZER aus? Mit welchen Maßnahmen möchte man die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass man nicht mehr das „alte HEIDELPAY“ ist, sondern das „neue UNZER“?

Das Marketing wird von der Idee bestimmt, dem Händler mit unseren Lösungen ultimativ zu mehr Wachstum zu verhelfen. Wir vermarkten Lösungen, die flexibel, transparent und exakt auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind, von der komplexen Integration bei einem Enterprise-Kunden bis zur einfachen Plug-and-Play Lösung für kleinere Händler. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht daher das Schaffen einer "ganzheitlichen Customer Experience" von der Kommunikation bis zu unseren Lösungen. Durch den Zusammenschluss mehrerer Firmen und Dienstleistungen ist Unzer dabei mehr als „nur” ein heidelpay 2.0. Aus diesem Grund war ein vollständiges und mutiges Re-Branding sinnvoll. Der neue Markenauftritt spiegelt uns als Tech-Unternehmen wider und verkörpert sowohl unsere Wurzeln als auch unseren Innovationsdrang.

Unzer hat in den vergangenen Jahren 16 Unternehmen aus dem Payment- & Finanz-Bereich übernommen. Wofür werden all diese Unternehmen benötigt? Werden die einzelnen Lösungen dieser Unternehmen letztendlich in einer UNZER-Gesamtlösung münden? Wie wird die Integration der Unternehmen ablaufen?

Das Management von Unzer, beziehungsweise damals noch heidelpay, hat bei der strategischen Ausrichtung eine Frage in den Mittelpunkt gestellt: Was braucht der Händler? Wie würde der ideale Partner für sie oder ihn aussehen? Ziel der strategischen Zukäufe war es, eine Plattform zu schaffen, die die gesamte Wertschöpfungskette des Payments abdecken kann. Der Händler kann somit alles in Sachen Payment an uns als Partner abgegeben, damit er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Das ist uns gelungen, in dem wir ganz gezielt Unternehmen ausgesucht haben – Full-Service und damit „End-To-End”. Darin ist auch heidelpay als PSP ein Puzzleteil und kombiniert zum Beispiel mit den Lösungen für den POS von Tillhub oder dem Rechnungskauf von Paysafe Pay Later ein Gesamtbild daraus. Die Integration aller Zukäufe ist in vollem Gange und an vielen Stellen bereits abgeschlossen.

UNZER ist breit aufgestellt. Welche einzelnen Segmente umfasst mittlerweile das gesamte Leistungsspektrum von Unzer? In welchen Bereichen möchte UNZER in den nächsten Jahren wachsen?

Wir können alles abdecken, was irgendwie mit Payment zu tun hat: Alle Zahlungslösungen, Abos, Terminal-Lösungen, Risikomanagement und so weiter. Sowohl online, als auch am POS oder im Omni-Channel. Wir wollen natürlich in all diesen Bereichen wachsen! Aktuell sehen wir dabei ein paar Markttrends, die besonders auffallen. Etwa den Wechsel von Bar- zu kontaktlosen Zahlungen mit dem Handy oder der Karte. Und eben diesen Trend zum smarten POS, die neuen Wege, on- und offline Geschäft zu verknüpfen. (Stationäre) Händler, die innerhalb der nächsten 5 Jahre keinen richtigen Omnichannel anbieten, werden um das Überleben kämpfen. In diesem Bereich können wir mit unserem breiten Produktportfolio eine führende Rolle einnehmen. Natürlich wollen wir dazu unsere Expansion in Europa vorantreiben und auch bald über das Payment hinaus Services anbieten.

Wie wichtig ist für UNZER der deutsche Markt? Welche anderen Märkte liegen besonders im Fokus?

Wir haben bereits eine gute Marktposition in Deutschland und dieser Markt bleibt auch weiterhin sehr wichtig für uns. Auch im österreichischen Markt sind wir gut aufgestellt. Unser Ziel ist es nun, vor allem in Europa zu wachsen. Wir wollen ein europäischer Spezialist und Payment Champion werden.

Während sich auf dem asiatischen Markt mit Alipay, Wechat und Grab bereits einige Super-Apps etabliert haben, die alle Finanz-Funktionen in einer App vereinen und von Millionen Usern jeden Tag verwendet werden, sieht die Situation in der restlichen Welt anders aus: Es gibt unzählige Payment- & Banking-Unternehmen aus Europa und Nordamerika auf dem Markt, die alle „die Super-App“ werden wollen, die von den Verbrauchern genutzt wird. Wo wird sich der Kampf entscheiden? Auf dem europäischen oder auf dem amerikanischen Kontinent? Wie viele Player wird es am Ende geben, die tatsächlich als Super-App – ähnlich wie in Asien – genutzt werden?

Meine persönliche Meinung ist, dass es genügend Platz und auch Bedarf für verschiedene Apps geben wird. Es wird nicht die eine „Super-App“ geben, sondern mehrere Apps, die individuelle Zielgruppen ansprechen. Das hat vor allem den Grund, dass Europa und auch die USA in solchen Belangen „individualistischer” geprägt ist. Wir sehen das ja bei den Social Media Apps, die von unterschiedlichen Zielgruppen genutzt werden und jeweils einen anderen Zweck erfüllen. Beispielsweise kann es dann eine App geben, die eher von jungen Leuten benutzt wird, eine die eher visuell arbeitet, eine, die mehr Finanz- und Investment-Optionen bietet.

Herr Bueninck, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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